
Das Saisonfinale der DTM auf dem Norisring im Oktober 2021 ging als eines der dramatischsten, umstrittensten und geschichtsträchtigsten Wochenenden in die Historie des deutschen Motorsports ein. Durch die verschobene Austragung im Herbst und die behördlichen Auflagen erlebten die Fans vor Ort eine ganz besondere, fast intime Atmosphäre am Dutzendteich.
Tag 1: Freitag – Die Ruhe vor dem Sturm
Unser Logenplatz: Speck-Pumpen-Tribüne direkt am Dutzendteich.
Die Atmosphäre: Die „Corona-Edition“ sorgte dank freigelassener Sitzplätze für ein ungewohnt entspanntes, übersichtliches Bild auf den Rängen. Ohne das sonst übliche dichte Gedränge konntet ihr die Motorenklänge der GT3-Boliden und das Freie Training perfekt verfolgen.
Das Geschehen: Am Freitag tasteten sich die Titelfavoriten Liam Lawson (Ferrari), Kelvin van der Linde (Audi) und Maximilian Götz (Mercedes) an das enge Stadtgeläute heran. Schon jetzt war spürbar, wie extrem hoch die Anspannung im Fahrerlager war, da jeder Zentimeter an den Betonmauern über die Meisterschaft entscheiden konnte.
Tag 2: Samstag – Das Fundament für das Wunder
Unser Logenplatz: Wechsel auf die legendäre THOMAS SOMMER-Tribüne (Haupttribüne mit perfektem Blick auf Start-Ziel und die Boxengasse).
Rennen 1: Der Meisterschaftsführende Liam Lawson sicherte sich die Pole-Position und sah wie der sichere Champion aus. Doch im Rennen schlug die Stunde von Maximilian Götz. Er gewann den ersten Lauf im HRT-Mercedes souverän vor Arjun Maini und hielt das Titelrennen damit rechnerisch offen. Lawson wurde Dritter, van der Linde Vierter.
Tag 3: Sonntag – Der große Showdown und der „Skandal“
Unser Logenplatz: Erneut beste Sicht von der THOMAS SOMMER-Tribüne auf die entscheidenden Boxenstopps und die Startaufstellung.
Die Start-Kollision: Direkt nach dem Start zum finalen Rennen kam es zum großen Knall in der Grundig-Kehre. Kelvin van der Linde verschätzte sich beim Anbremsen komplett und rammte den Ferrari von Liam Lawson. Lawsons Auto wurde schwer beschädigt. Er schleppte sich zwar angeschlagen um den Kurs, war aber chancenlos und fuhr dem Feld hinterher.
Die Teamorder: Damit Götz tatsächlich Meister werden konnte, benötigte er den Sieg. Die vor ihm liegenden Mercedes-Markenkollegen (unter anderem Lucas Auer und Philip Ellis) erhielten die Anweisung, Götz passieren zu lassen. Wenige Runden vor Schluss übernahm Götz die Führung, gewann das Rennen und krönte sich sensationell zum DTM-Champion 2021!
Das Taktik-Drama: Van der Linde kassierte eine Strafe, schlitzte sich später im Duell mit Götz den Reifen auf und drehte sich. Plötzlich war der Weg frei für Maximilian Götz.


Die Faszination nach dem Rennen
Trümmerteile als Souvenirs: Carbonteile, Reifenreste oder Splitter von Scheinwerfern zu finden, ist für echte Motorsportfans wie eine Schatzsuche. Diese Teile haben eine echte Geschichte und stammen direkt aus den harten Zweikämpfen auf der Strecke.
Einzigartige Fotomotive: Ohne Absperrgüter, Sicherheitskräfte und Tausende Fans kommt man an Orte heran, die am Wochenende absolut tabu sind. Die Bremsspuren vor der Grundigkehre oder die Kratzer an den Betonmauern am Schöller-S wirken aus der Nähe noch viel beeindruckender.
Der Ort atmet noch: Man spürt förmlich noch den Gummiabrieb in der Luft und sieht die Spuren des Rennwochenendes auf dem Asphalt, bevor die Straßen im normalen Nürnberger Stadtverkehr wieder freigegeben werden.

